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EQ – die neue Intelligenz

"Suche menschliche Güte" Bildquelle: Matt Collander, unsplash

Der Intelligenzquotient (IQ) war lange Zeit das „Maß aller Dinge“. Mittlerweile gewinnt die EQ – die „emotionale Qualität“ – aber immer mehr an Bedeutung. Mit wie viel Glück und Erfolg ein Mensch zwischenmenschliche Beziehungen führt, wie effektiv er mit anderen interagiert und ob er gemocht und akzeptiert wird, hängt maßgeblich von der EQ – der emotionalen Intelligenz ab.

Die emotionale Intelligenz umfasst verschiedene Aspekte

  • emotionale Selbstwahrnehmung – die bewusste Wahrnehmung eines Gefühls und auch die Wahrnehmung eventueller Gedanken und Urteile über das Gefühl
  • emotionale Selbstregulation – das Regulieren der Gefühle, wie lange sie anhalten und ob sie eskalieren
  • Fähigkeit zu Selbstmotivation – Enthusiasmus, Eifer, Hoffnung, Optimismus und Ausdauer machen Erfolge erst möglich; selbst ein gesundes Maß an Sorge kann zur Selbstmotivation beitragen
  • Empathie – die Fähigkeit, die Gefühle anderer wahrzunehmen; diese werden zum größten Teil nonverbal kommuniziert. Empathie basiert auf Selbstwahrnehmung; je offener Menschen für ihre eigenen Gefühle sind, umso eher sind sie in der Lage, die Gefühle anderer korrekt zu „lesen“
  • soziale Kompetenz – Das Fundament sozialer Kompetenz ist die Fähigkeit, mit den Gefühlen anderer Menschen umzugehen. Voraussetzungen für diese Fähigkeit sind Selbstkontrolle, Empathie und die Fähigkeit, in der richtigen Situation die richtigen Gefühle auf die richtige Art und Weise auszudrücken.

Wie man ein Kind mit einer hohen EQ erzieht

Empathie und Achtsamkeit fördern

Entwicklungspsychologen weisen darauf hin, dass es eigentlich zwei Bestandteile zur Empathie gibt:

  • eine emotionale Reaktion zu anderen, die sich normalerweise in den ersten sechs Jahren des Lebens eines Kindes entwickelt und
  • eine kognitive Reaktion, die den Grad bestimmt, zu dem ältere Kinder imstande sind, den Gesichtspunkt oder die Perspektive von jemand anderen zu sehen.

Güte und Rücksicht sind ein Teil der genetischen Veranlagung des Kindes, aber wenn diese Charakterzüge nicht genährt werden, werden sie verschwinden. Wenn Kinder unfreundlich, gedankenlos und sogar grausam sind, können wir die Gründe für dieses „unnatürliche“ Verhalten in den meisten Fällen auf das Elternhaus zurückführen.

In einigen Familien spielt Religion eine wichtige Rolle in der moralischen Entwicklung von Kindern. Die Art und Weise wie Eltern das Wertesystem ihrer Religion in ihrem Alltag ausleben ist, was Wirkung zeigt und die Kinder beeinflusst.

Wenn Eltern wollen, dass ihre Kinder empathischer, achtsamer und verantwortlicher werden, dann müssen sie das von ihnen erwarten. Sie müssen ihre Familienregeln klar und beständig festlegen und nicht von ihnen abweichen. Sie müssen von ihren Kindern die Einhaltung dieser Regeln voraussetzen.

Von Kindern ab bereits 3 Jahren sollte erwartet werden, dass sie ihre Sachen wegräumen und bei einfachen Dingen, wie den Tisch decken, helfen. Hausarbeiten und andere Verantwortungen sollten mit dem Alter zunehmen und nicht von Belohnungen abhängig sein und auch nicht von Bezahlung. Es kann von Kindern erwartet werden im Haushalt zu helfen, weil anderen zu helfen das Richtige ist.

Wenn Eltern möchten, dass ihr Kind achtsam, hilfsbereit und verantwortungsbewusst wird, sollte das Niveau der Erwartungen erhöht werden. Es ist leicht als Eltern freizügig zu sein. Um aber verantwortungsvolle Kinder zu erziehen, müssen die Eltern selbst verantwortungsvoller werden und sie können beginnen, indem sie ihre Meinung überwinden, dass das Verwöhnen der Kinder ihnen nicht schaden wird. Aber genau das wird es.

IQ vs. EQ: Wo ist der Unterschied?

Der Intelligenzquotient (IQ) beschreibt die Fähigkeiten eines Menschen, Aufgaben und Probleme schnell und effektiv zu lösen – das logische Denkvermögen. Entsprechend wird der IQ als Problemlösungsintelligenz verstanden. Im Vordergrund des IQs steht vor allem das Erkennen von Beziehungen. Dabei lässt sich der IQ nur zu einem gewissen Grad verändern.

Bei der emotionalen Qualität (EQ) spielen Eigenschaften wie Lebensweisheit, Gefühl, Erfahrung und Vernunft eine tragende Rolle. Die EQ nimmt dabei im fortgeschrittenen Alter zu und verliert dann kaum noch an Wert, beim IQ verhält es sich genau gegenteilig.

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