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Freude – und wie sie bleibt

Alle Menschen streben danach, Freude zu erleben, glücklich zu werden und Unglück zu vermeiden. Von den alltäglichen Anliegen einzelner Personen bis hin zu den großen Ereignissen, welche den Verlauf der Geschichte bestimmen, ist alles menschliche Handeln ein Ausdruck des Strebens nach immer größerem Glück. Auf welche Weise entsteht dann Glück? Menschen empfinden Freude, wenn ihr Verlangen erfüllt wird.

Prioritaet Freude Glück



Das erfüllte Verlangen nach materiellem Wohlstand oder Karriere
macht glücklich. Leider aber nur begrenzt, weil wir wegen dem Gewohnheitseffekt schon bald nach immer mehr verlangen. Entsprechend kurzlebig ist dieses äußerliche, „materielle Glück“.


Das erfüllte Verlangen nach innerem, spirituellem „Reichtum“
ermöglicht tiefes, inneres Erleben durch gute Beziehungen, Geben und Empfangen, Teilen und Füreinander-da-sein. Es ist unabhängig von äußerlichen Gegebenheiten und damit hat es das Potential, unbegrenzt anzudauern.

„Ich bin nicht auf die Welt gekommen, um das Leben zu genießen, sondern um anderen Menschen Freude zu bereiten.“

Franz Lehár

Die kurzlebigen Freuden jener, die nur körperliche Glücksmomente kennen, sind nichts im Vergleich zur Seligkeit, die Menschen auf dem Weg der Erleuchtung finden; sie entdecken Freude noch inmitten größter Armut. Gautama Buddha, der dem Luxus eines königlichen Palastes den Rücken kehrte und sich ganz dem „Weg“ widmete, war nicht der Einzige, der sich mit heimatloser Wanderschaft begnügte, während er alle Kraft in die Suche nach seiner inneren Heimat und Herzensruhe investierte. Geradeso wie ein gesunder Körper von einem gesunden Geist abhängt, findet der Körper nur dann seine ganze Freude, wenn der Geist zufrieden ist.

Geistige Freude aber ist unvollkommen ohne echtes irdisches Glück. Religionen haben angestrengte Bemühungen unternommen, das Leben in dieser Welt zu verneinen, um nach ewigem Leben zu suchen. Im Streben nach der Glückseligkeit des Geistes verschmähten sie die Freuden des Körpers. Doch wie sehr er sich auch anstrengen mag, kein Mensch kann sich aus der Realität dieser Welt herauslösen oder das Verlangen nach physischen Freuden auslöschen. Dieses Verlangen folgt uns wie ein Schatten, der sich nicht abschütteln lässt. Diese Welt und ihre Sehnsüchte umklammern hartnäckig religiöse Menschen und stürzen sie in tiefen inneren Zwiespalt. Das führt zu einem schmerzlichen Widerspruch, der die gewollte religiöse Hingabe zur Tortur macht. Selbst viele erleuchtete geistliche Vorbilder nahmen ein unglückliches Ende, weil sie ständig unter diesem Zwiespalt litten. Hier liegt ein wesentlicher Grund für die Schwäche und Untätigkeit heutiger Religionen: Sie konnten diesen inneren Widerspruch nicht überwinden.

Wie entsteht aber Freude?

Freude wird dann erlebt, wenn man sein eigenes Wesen, d.h. seine Wünsche, Vorstellungen, Hoffnungen und Erwartungen in einem  Gegenüber reflektiert sieht. Am intensivsten kann dies in der Beziehung zwischen Eltern und Kindern erlebt werden.

Mit anderen Worten: Freude entsteht, wenn der Zweck, für den etwas geschaffen wurde, erfüllt wird. Wenn wir zufällig entstanden sind, können wir nur hoffen, zufällig das Richtige zu tun. Wie sieht aber eine Welt aus, in der wir den Zweck, für den wir geschaffen wurden, erfüllen? Dabei drängt sich die Frage auf: Was ist der Zweck unseres Daseins?

Da alle Menschen im Innersten danach streben glücklich zu werden, wird der direkteste Weg, um eine bessere Welt zu erleben, der sein, anderen Freude zu bereiten. Wie der Arzt und Lyriker Ernst von Feuchtersleben bereits sagte:

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„Man hat nur an so viel Freude und Glück Anspruch, als man selbst gewährt.“

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