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Gemeinwohl-Ökonomie – menschlich wirtschaften

Bei der Gemeinwohl-Ökonomie geht es darum, jene Dinge, die menschliche Beziehungen gelingen lassen, auch in der Wirtschaft umzusetzen und diese auch zu belohnen. Bereits Aristoteles hat dies gefordert, in dem er sagte:

Die Wirtschaft, die nur auf Geldgewinn ausgerichtet ist, ist widernatürlich.

In der Bayerischen Verfassung ist bereits festgeschrieben, dass wirtschaftliche Tätigkeit dem Gemeinwohl zu dienen hat. Auch im deutschen Grundgesetz (Art. 14) ist verankert: „Eigentum verpflichtet. Sein Gebrauch soll zugleich dem Wohle der Allgemeinheit dienen.“ Zahlreiche andere Länder haben das Gemeinwohl gleichermaßen in ihren Grundsätzen verankert.

Der Begriff des Gemeinwohls war lange Zeit in Vergessenheit geraten, rückt aber seit einiger Zeit wieder mehr in das öffentliche Bewusstsein.

So wurde von katholischer Seite auch Input in diese Richtung gegeben. In einer 2013 herausgegeben Schrift mit dem Titel „Zum Unternehmer berufen“ kommt der Ausdruck „Gemeinwohl“ 45 Mal vor. In der päpstlichen Enzyklika 2014 „Evangelii Gaudium“ schreibt Papst Franziskus über Bedeutung und Sinn der Wirtschaft und prangert dabei auch an, dass Wirtschaft, wie sie derzeit ist, „tötet“.

Wir sind täglich konfrontiert mit Slogans wie (z.B.) „Geiz ist geil“ als Ausdruck des rücksichtslosen Gewinnstrebens der Unternehmen. Dies kann auf Dauer nicht gut gehen – für alle. Hier ist ein Paradigmenwechsel notwendig: vom quantitativen zum qualitativen Wachstum. Die Natur zeigt es vor.

Die Gemeinwohl-Ökonomie etabliert ein ethisches Wirtschaftsmodell. Das Wohl von Mensch und Umwelt wird zum obersten Ziel des Wirtschaftens.

Christian Felber

In der Gemeinwohl-Ökonomie geht es darum, die wirtschaftliche Zielsetzung wieder dorthin zu lenken wo sie hingehört: auf das Gemeinwohl. Sie bezeichnet ein Wirtschaftssystem, das auf gemeinwohl-fördernden Werten aufgebaut ist. 2010 hat Christian Felber auf Basis des Buches „Gemeinwohl-Ökonomie“ diese Bewegung gestartet.

Gleichzeitig wird eine sogenannte Gemeinwohl-Matrix vorgestellt mit der eine Gemeinwohl-Bilanz erstellt werden kann. Diese misst Erfolg nach neuen Maßstäben: Nicht der Finanzgewinn ist das Ziel, sondern die Mehrung des Gemeinwohls in den Bereichen Lebensqualität, Menschenwürde, soziale Gerechtigkeit, ökologische Nachhaltigkeit und unternehmerische Transparenz. Mittlerweile erstellen immer mehr Unternehmen eine solche Bilanz.

Solche Unternehmen sollen dann auch Vorteile genießen. So hat zum Beispiel im Dezember 2014 der Südtiroler Landtag beschlossen, dass Firmen, die eine Gemeinwohl-Bilanz erstellen, bevorzugt werden. Es wurde auch den Gemeinden empfohlen, in diese Richtung aktiv zu werden.

Wenn Firmen, die eine positive Gemeinwohl-Bilanz erstellen, finanzielle/steuerliche Vorteile genießen, wird erwartet, dass dies den Prozess des Umdenkens beschleunigen wird.

Von Gewinnstreben zu Gemeinwohlstreben, 
von Konkurrenz zu Kooperation

Der Anreizrahmen für die individuellen Wirtschaftsakteure wird umgepolt. Durch die Implementierung eines neuen Wirtschaftssystems wird die gesamte Gesellschaft verändert. Wird sich dazu auch der Mensch ändern müssen? Wenn Motivation und Sinn des Wirtschaftens neu ausgerichtet werden sollen, wird es auch erforderlich sein, über die grundlegende Motivation und innerstes Streben der Menschen zu reflektieren. Vorbehalte und Ängste gegenüber ungewohnten Neuerungen müssen konstruktiv behandelt und durch die Praxis positiv aufgelöst werden. Widerstand wird zu erwarten sein von Strukturen die primär auf Macht, Reichtum und Position bedacht sind.

Zahlreiche Studien, Projekte und Versuche – insbesondere mit bedingungslosem Grundeinkommen – haben gezeigt, dass, wenn Menschen nicht primär mit existenziellen Sorgen zu kämpfen haben, Ihr Potenzial besser zur Entfaltung bringen und qualitativ mehr leisten. Die Befürchtung, dass Faulheit überhand nehmen wird, hat sich in keiner Weise bewahrheitet. Die Zeit scheint reif zu sein für "Qualität vor Quantität.

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